„Nie waren Rosen beliebter“
„Apps zum Valentinstag: Beziehungsretter auf dem Smartphone“
„DAS verraten Blumen über die Liebe“
„Wir könnten anders lieben, wenn wir nur wollten“
„Der perfekte Valentinstag-Sex“
Du meine Güte, die Suchmaschinenergebnisse plätten mich. Jedes Jahr absurderes Gesäusel. Und alle Jahre wieder kommt mir der Gedanke wie unromantisch die Liebe doch ist, wenn die derart kommerzialisiert wird.
Wenn uns die Liebe und die Romantik tatsächlich so ernst wären wie wir jährlich am 14.02. glauben, bräuchten wir diesen Tag doch gar nicht. Wie traurig wäre eine Liebe ohne regelmäßige Zuwendung, respektvollen Umgang miteinander und Wertschätzung dem Anderen gegenüber?
Würde man den obigen Aussagen die gewünschte Wichtigkeit beimessen, bekämen wir per Love-App einen überaus romantischen vorgefertigten Reim am Morgen, einen Strauß Blumen am Nachmittag (aber bitte keine Nelken wie die Bild-Zeitung verlauten lässt, denn dann könne man auf eine eingeschlafene Beziehung schließen). Aus Dankbarkeit über die längst überfälligen, dafür immerhin überteuerten Blümchen hüpft man dann abends zusammen in die Kiste. Schließlich gab es ja genug Anregungen zum perfekten Valentins-Sex in unzähligen Magazinen. Begleitend darf die Flasche Perlwein nicht fehlen, zur Feier des Tages mit gedruckten Herzchen auf dem Etikett. Natürlich im Schein der eigens für diesen prachtvollen Tag erworbenen roten Duftkerzen. Und just am kommenden Tag widmet man sich wieder den wirklich wichtigen Themen, wie den hunderten Facebook-Freundschaften, den Onlineflirtportalen, die im Übrigen nie mehr Zulauf hatten als aktuell und frönt seinem eigenen egoistischen Wohle.
Oder um „Die Welt“ zu zitieren: Der Valentinstag ist kein Feiertag der Liebe, er ist der Weltgedenktag für die Kopplung der Liebe an die Warenästhetik. Und ein Kaleidoskop unserer Konformität.
