Da ich mich ja nun seit gut 3 Wochen von „günstigen“ Lebensmitteln ernähre, kommt mir immer wieder mal die Frage wie es denn sein kann, dass die Preisunterschiede für Lebensmittel mitunter sehr groß sind. Die üblichen Verdächtigen kommen mir in den Sinn: Die Discounter verkaufen größere Mengen was sich günstig auf den Preis auswirkt, bei Markenprodukten zahlt man die Werbung mit oder minimale Unterschiede in Rezepturen, die sich im Preis bemerkbar machen (z.B. mehr Mayonaise und weniger Fleischeinlage im Diskounter-Nudelsalat).

Bei meiner Recherche bin ich auf einen interessanten Artikel der „Welt“ gestoßen, der darlegt, dass wir Verbraucher unsere eigenen Einkäufe subventionieren. Discounter in Deutschland haben einen Marktanteil von etwa 40%, sie geben den Preis vor. Aldi beispielsweise setze den Preis – und alle ziehen nach. Eine Konsequenz: Der Milchpreis liegt aktuell auf dem Niveau von 1981. Doch die Kosten haben sich seitdem verdoppelt.

Wenn sich die Großen des Marktes einig sind, dass sie Preispolitik auf Billigniveau machen und nicht auf Qualitätsniveau, dann geht es eben in die Richtung billig, heißt es in dem Artikel.

Ein weiterer großer „Mitspieler“ in dem Preisverfall ist jedoch die Europäische Union, denn knapp 60 Milliarden Euro fließen jährlich an europäische Landwirte, die ohne diese „Hilfe“ nicht mehr überleben könnten. Die Tatsache, dass die Subventionen nach Anbaufläche verteilt werden macht die Situation für kleine mittelständische Unternehmen nicht besser, im Gegenteil. Die 60 Milliarden entsprechen übrigens 40% des gesamten EU-Haushaltes… unglaublich!

Und wenn man nun weiterdenkt dämmert es allmählich. Unsere so beliebten Billig-Lebensmittel sind gar nicht so billig, nein im Gegenteil: Der Verbraucher zahlt nicht nur den Preis für das eigentliche Produkt. Nein, zusätzlich zahlt der Verbraucher ja auch die Subventionen. 417 EUR pro Jahr würden wir (laut Welt-Artikel) zusätzlich zahlen für die industrielle Landwirtschaft. Geteilt durch 51 Wochen ergibt das einen zusätzlichen Aufwand in Höhe von 8,18 EUR pro Person, Pro Woche. Wahnsinn…

Und geholfen ist damit niemandem. Nicht dem Verbraucher und dem Bauern erst recht nicht.

Teure Billig-Lebensmittel

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