In Vorbereitung auf mein drittes Projekt „4 Wochen vegan“ nehme ich momentan meine Nahrungsmittelaufnahme besonders aufmerksam wahr. Ostern bietet sich da natürlich hervorragend als Anschauungsobjekt an, wie man NICHT tierfrei lebt:

Jede Menge gefärbte Eier, Festtagsbraten, Kuchen oder vielleicht sogar Torte, Eis, Schokolade, einfach alles was das Herz begehrt. Und immer wieder die gleichen Verdächtigen: Fleisch, Eier ohne Ende, Butter, Milch und Sahne. Da drängt sich einem ja fast schon die Umkehrfrage auf: In welchen Speisen der letzten Tage sind eigentlich KEINE tierischen Inhaltsstoffe zu verzeichnen? Ganz ehrlich? In den Gerichten, die ich dieses Jahr zu Ostern kredenzt bekam, in keinem Einzigen. Wow!!

Aber was ist denn eigentlich so schlimm an dem tierischen Konsum? Die Gründe, weshalb sich Menschen dazu entschließen vegan zu leben haben unterschiedliche Ursprünge. Sämtliche Untergruppierungen unberücksichtigt sind es im Wesentlichen:

1. Ethik

Die vermutlich häufigste Motivation ist die Ethik. Vegan lebende Menschen möchten nicht für das Töten von Tieren verantwortlich sein. Auch die Haltungsbedingungen und den Umgang mit Tieren in den Betrieben dulden sie nicht: Künstliche Dauerbefruchtung der Kühe für unseren enormen Milchkonsum oder nicht benötigte männliche Küken bei der Züchtung von Legehennen, die unmittelbar nach dem Schlüpfen vergast oder bei lebendigem Leibe zerschreddert werden.

2. Gesundheit:

Viele Volkskrankheiten sind auf den Fleischkonsum, auf gesättigte Fettsäuren und auf tierisches Eiweiß zurück zu führen: Herzerkrankungen, erhöhtes Darmkrebsrisiko, überhöhte Cholesterinwerte, Gicht und Rheuma werden begünstigt, unreine Haut, Ausschläge, Übergewicht aufgrund der hohen Energiedichte des Fettes, Resistenzienbildung aufgrund antibiotikumangereicherter Tiernahrung, diverse Fleischskandale, Dioxin in Eiern, die Liste ist wirklich lang.

3. Ökologie:

Steigende Folgen von Überdüngung oder Emissionen von Treibhausgasen sind nur zwei Gründe, die auf die Haltung von Tieren zurückzuführen sind. Valide Gründe, um seine Ernährung zu überdenken.

Das Internet ist voll von Argumentationen vegan zu leben. Es gibt aber auch Stimmen, die sich dagegen Aussprechen: Einseitige Ernährung sagen die Einen, Vitaminmangel mahnen die Anderen. Das oft zum Einsatz kommende Soja wird zunehmend kritisch beäugt, da es Inhaltstoffe aufweist die der Wirkung von Hormonen gleich kommen.

Und dann scheint es da noch jede Menge Lobbyisten zu geben, die man kritisch hinterfragen sollte: Ist Milch denn nun gesund für Erwachsene oder nicht? Warum gibt es keine Studien über Wirkung von Soja im menschlichen Organismus? Oder gibt es sie sogar? Werden sie zurückgehalten?

Das Thema Veganismus ist trotz aktueller „Modeerscheinung“ nach wie vor heiß diskutiert und schürt Kontroversen. DIE Veganer und WIR Fleischesser, zwei Klassen. Ein harmonisches Miteinander ohne Diskussionen und Rechtfertigung? Momentan noch schwer vorstellbar.

Ich freue mich auf die bevorstehenden 4 Wochen. Ich werde mich mit vielen Themen auseinandersetzen und ich fürchte es werden nicht viele Erfreuliche dabei sein.

Tierische Ostern!

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