Hallo zusammen,
am Wochenende habe ich zum ersten Mal in meinem leben Sojamilch hergestellt. Ich…selber…voll gut! Aber wie kam es dazu: Am Samstag war ich auf einer Frühjahrsmesse, auf der es allerhand für Heim und Hobby zu entdecken gab. Unter anderem lernte ich eine supersüße Dame gesetzteren Alters kennen die seit dem zweiten Weltkrieg (ich sage ja die Dame ist schon was älter) Soja selber anbaut und verarbeitet. Sie fand es toll, dass das Interesse an tiefreien Produkten wächst und sich jemand Junges für ihr Buch interessiert und plauderte munter drauf los. Sie erzählte mir ihr zum Kauf stehendes Rezeptebuch hoch und runter gab mir einen sehr aufschlussreichen Einblick in die Welt des Bio-Soja. Eine tolle Erfahrung muss ich sagen, ich bin immernoch begeistert.
Das Kochbuch habe ich natürlich gekauft und ein Paket Sojabohnen direkt dazu. Kaum zuhause angekommen wollte ich ausprobieren, ob Sojamilch tatsächlich so leicht herzustellen ist, wie die Soja-Oma berichtet hat. Denn, der Ein oder Andere von euch wird es wissen: Sojamilch im Geschäft ist mitunter unverschämt teuer.
Ich habe euch ein paar Bilder geschossen, damit ihr euch den Ablauf besser vorstellen könnt.
1. Bild: Die Sojabohnen mit heißem Wasser übergießen, damit die Bitterstoffe entweichen können. 15 Minuten ziehen lassen
2. Bild: Die Bohnen über Nacht einweichen lassen
3. Bild: Nach 12 Stunden die Bohnen im Verhältnis 1:3 mit Wasser mischen und pürieren (im Standmixer geht es sicher noch besser). Es wird direkt ganz weiß und sieht schon aus wie Milch. Die pürierte „Masse“ mittels Handtuch filtern und die Flüssigkeit auspressen. Die Milch nun noch eine halbe Stunde köcheln lassen, evtl mit Salz oder auch Zucker abschmecken, fertig.
4. Bild: Im Handtuch übrig bleibt „Okara“ – japanisch für „ehrwürdiger Rückstand“. Auch damit kann man jede Menge anfangen. Ich entschied mich der Neugier halber für etwas Einfaches.
5. Bild: Man gebe das Okara in eine Pfanne und erwärmt es leicht, sodass es trockenen kann.
6. Bild: Wenn es trocken ist (es dampft dann nicht mehr) gibt man Zimt und Zucker hinein und lässt den Zucker ganz leicht karamellisieren. Es schmeckt herrlich in Müsli oder aber in den Streuseln für Streuselkuchen. Mich erinnert es an gebrannte Mandeln. Sau lecker!
Ohne Strom hat mich somit ein Liter Sojamilch gerade mal 0,20 € gekostet, sensationell!
Die Soja-Oma…ich werde noch lange an sie denken, so sehr hat sie mich inspiriert 🙂
